Das Starkbebennetz des Schweizerischen Erdbebendienstes (Swiss Strong Motion Network SSMNet)
Anfangs der Achtzigerjahren begann der Schweizerische Erdbebendienst in Zusammenarbeit mit dem damaligen Bundesamt für Wasser und Geologie, heute Bundesamt für Umwelt (BAFU), ein seismisches Starkbeben-Netz zu planen, das ermöglichen sollte, folgende Aspekte in der Seismologie und im Ingenieurwesen zu studieren:
Abminderung der starken Bodenbewegungen mit zunehmender Distanz vom Epizentrum.
Erforschung von starken Bodenbewegungen auf lokal unterschiedlicher Geologie.
Erforschung des dynamischen Verhaltens der Stauwerk-Typen in der Schweiz
Mit finanzieller Unterstützung der Stauwerk-Betreiber über den Verband Schweizerischer Elektrizitätswerke (VSE) wurde das Starkbeben-Netz SSMNet realisiert. Es besteht aus einem Freifeld-Netz und der Instrumentierung der fünf grössten Stauwerke in der Schweiz. Der Betrieb, der Unterhalt und die Datenverarbeitung wurde via Bundesratsbeschluss dem Schweizerischen Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich mit entsprechendem jährlichen Betriebskredit übertragen. Die Installation und Inbetriebnahme des Netzes wurde zwischen 1992 und 1998 ausgeführt. In den Jahren 2003 bis 2006 wurden verschiedene Freifeld-Stationen technisch erneuert und das Freifeld-Netz mit 6 Stationen erweitert, alle ausgerüstet mit hoch-dynamischen Breitband-Accelerometern und Online-Kommunikation. Diese neuen Stationen (total 16 ) wurden im Rahmen von Interreg-Projekten durch die Kantone Basel-Stadt (5), Basel-Landschaft (2), Wallis (4) und Graubünden (4) sowie durch den Schweizerischen National Fond (2) finanziert. Zusätzlich wurden zwölf der hochempfindlichen Breitband-Stationen des SED mit hoch-dynamischen Breitband-Accelerometern ausgerüstet.
Die heute verfügbaren Starkbeben-Stationen des SED können deshalb wie folgt zusammengefasst werden: